Berlin
Museum

Neues Museum

Besuchereingang: James-Simon-Galerie, Bodestraße, 10178 Berlin

Zwei Sammlungen stellen ihre besonderen Kostbarkeiten im Neuen Museum vor: das Ägyptische Museum und Papyrussammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung.

 

 

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

 

Das Ägyptische Museum und Papyrussammlung gewährt einen umfassenden Einblick in Kontinuität und Wandel der altägyptischen und nubischen Kulturen über vier Jahrtausende. Der Rundgang durch die Ausstellung beginnt mit der Geschichte der Ägyptologie und der Sammlung. Von der Präsentation des Königsbildes über die kunsthistorische Entwicklung der Skulptur mit dem eindrucksvollen Berliner »Grünen Kopf« geht es zu den drei Opferkammern des Alten Reichs, die Grabarchitektur und Reliefkunst erfahrbar werden lassen.

 

Im Hauptgeschoss steht die Rundplastik im Vordergrund. Der typologischen Vorstellung von Privatfiguren folgen mit dem berühmten Köpfchen der Königin Teje und der weltbekannten Büste der Nofretete Werke der Amarna-Zeit. Der Rundgang durch Ägypten schließt mit ausgewählten Texten und literarischen Werken der altägyptischen bis spätantiken Schriftkultur in der »Bibliothek der Antike«. Alltagsleben, Jenseitswelt und Götterkult werden im Untergeschoss thematisiert.

 

 

Museum für Vor- und Frühgeschichte mit Objekten der Antikensammlung

 

Das Museum für Vor- und Frühgeschichte bietet mit 6.000 Exponaten eine umfängliche Ausstellung archäologischer Fundstücke aus ganz Europa und Teilen Asiens, die die Kulturgeschichte jener Regionen von der Steinzeit bis zum Mittelalter vorführen. Sie werden in einer sammlungsübergreifenden Präsentation durch Kunstwerke aus anderen archäologischen Sammlungen der Museumsinsel ergänzt.

 

Im Erdgeschoss empfängt der Saal »Odin, Urnen, Beutekunst« die Besucher mit historischen Wandmalereien zur nordischen Mythologie. Es folgen die Säle mit Heinrich Schliemanns berühmter Sammlung trojanischer Altertümer und zur Kulturgeschichte des benachbarten Zypern. Im ersten Obergeschoss beginnt der Weg mit der Archäologie der römischen Provinzen und der Darstellung Roms germanischer Nachbarn im Norden. Der folgende Saal spannt den weiten Bogen von der Spätantike bis zum Beginn des christlichen Abendlandes.

 

Das zweite Obergeschoss schließlich führt mit dem Schädel des Neandertalers von Le Moustier zurück in die Steinzeit, in die Bronzezeit mit dem geheimnisvollen »Berliner Goldhut« und die vielschichtige Kultur der vorrömischen Eisenzeit. Der Rundgang endet mit Einblicken in die Studiensammlung, die im Stil des 19. Jahrhunderts – der Zeit, in der das Museum erbaut wurde – gehalten ist.

Veranstaltungen und Ausstellungen

19.10.17 - 22.09.27

Die Krone von Kertsch – Schätze aus Europas Frühzeit

Völkerwanderungszeitlicher Goldschmuck vom Schwarzen Meer, silberne Gewandspangen und prächtige Gürtel aus Gräbern des frühen Mittelalters in Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland – Teile der Sammlung des Johannes von Diergardt werden nach über 80 Jahren wieder in Berlin zu sehen sein, wo sie bis 1934 ausgestellt waren.

 

Sie gewähren glänzende Einblicke in die europäische Geschichte, besonders in die Ereignisse zwischen Antike und Mittelalter. Nach dem Tod des Sammlers und Mäzens gelangten sie in das Römisch-Germanische Museum Köln. Umbauarbeiten im Kölner Museum bieten nun eine gute Gelegenheit, die Schätze nach langer Zeit wieder der Berliner Öffentlichkeit zu präsentieren.

12.04.25 - 14.03.27

Dioskuren – Der geschenkte Tag

Die Treppenhalle des Neuen Museums bietet mit dieser Sonderpräsentation einen Dialog über Zeit, Sterblichkeit und die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Zeitgenössische Kunst trifft auf historischen Raum, nimmt Bezug auf antike Vorbilder und gibt eine moderne Adaption der klassischen Rezeption des Mythos der Dioskuren, die auf ewig zwischen Tod und Leben wandeln.

 

 

Ausgangspunkt: Der Mythos

 

Die beiden ungleichen Zwillinge Kastor und Polydeukes – Söhne der schönen Königstochter Leda – wurden in einer Nacht von unterschiedlichen Vätern gezeugt, Kastor von Ledas Gemahl, dem spartanischen König Tyndareos, Polydeukes hingegen vom Gott Zeus, der Leda in Gestalt eines Schwanes erschienen war. Während Kastor als Sohn zweier Menschen sterblich ist, verleiht Polydeukes´ göttlicher Vater ihm Unsterblichkeit. Die als Dioskuren bezeichneten Zwillinge bestehen gemeinsam Heldentaten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies und beim Kampf des Herakles gegen die Amazonen. Als der sterbliche Kastor getötet wird, bittet Polydeukes seinen Vater Zeus, ihm die Unsterblichkeit zu nehmen, damit er mit seinem Bruder gemeinsam in den Hades gehen kann. Zeus, gerührt von der über den Tod hinausgehenden Liebe der Zwillinge, stellt Polydeukes vor die Wahl, ewig jung zu bleiben, oder gemeinsam mit seinem Bruder einen Tag im Hades und einen auf dem Olymp zu verbringen, dabei aber zu altern und letztendlich auch zu sterben. Polydeukes wählt die Sterblichkeit und fortan wechseln beide täglich zwischen Tod und Leben.

 

 

Interpretation: Das Bild

 

»Der geschenkte Tag«, das raumfüllende malerische Werk des deutsch-britischen Künstlers Michael Müller greift das Kernstück des Mythos, die das Sterben überwindende Verbundenheit der Zwillinge auf. Der Künstler hält die immer wiederkehrenden 24 Stunden der die Welt durchwandelnden Brüder in bildgewaltiger Form fest: vom hellen Tag auf dem Olymp steigen beide in die Düsternis des Hades hinab. Das Besondere an diesem Kunstwerk ist, dass der Künstler jeden Abschnitt in der entsprechenden Tages- bzw. Nachtstunde gemalt und damit die sich immer wiederholende Reise selbst intensiv durchlebt hat.

 

 

Dialog: Die Präsentation

 

Der Ort zur Darstellung dieses raumfüllenden Gemäldes ist sehr bewusst gewählt. Denn die Geschichte der Dioskuren mit ihrer, die Sterblichkeit überwindenden Liebe zueinander hat nicht nur in antiker Zeit die Künstler zu Bildwerken angeregt. Auch der Klassizismus des 19. Jahrhunderts konnte sich dem Reiz dieses Themas nicht entziehen. So standen einst monumentale Figuren der ihre Rosse bändigenden Zwillinge in der Treppenhalle des Neuen Museums. Es waren Abgüsse der Originale von der Piazza die Monte Cavallo vor dem Quirinspalast in Rom. Wie große Teile der Treppenhalle wurden auch diese Skulpturen im Zweiten Weltkrieg zerstört. Achtzig Jahre später lässt eine moderne Adaption diesen Teil der Geschichte des Gebäudes wieder erstehen.

 

 

Kuratorisches Team

 

In Zusammenarbeit mit dem Künstler Michael Müller und in Kooperation mit dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung und der Alien Athena Foundation for Art wurde die Ausstellung von Philipp Bollmann konzipiert und kuratiert.

21.03.26 - 10.01.27

Schicksal in den Sternen – Die Anfänge des Tierkreises

Die Ausstellung des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung widmet sich der Bedeutung von Tierkreiszeichen im ägyptischen Altertum. In mehrere Themenbereiche untergliedert, stellt sie den antiken Tierkreis aus aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive vor.

 

»Was ist dein Tierkreiszeichen?« Diese Frage wird auch heute, im Zeitalter der Wissenschaft, noch oft gestellt. Der Tierkreis fasziniert die Menschen seit der Antike. Er vereint Mensch und Kosmos, Himmel und Erde, Astronomie und Astrologie, Wissenschaft und Glaube, Tradition und Innovation, Sicherheit und Unsicherheit, Harmonie und Dissonanz. Aber was genau ist der Tierkreis? Ein Orakel, das Zeichen für die Zukunft erzeugt? Ein Spiegel, der Einblicke in die Psyche liefert? Eine Projektionsfläche für unser Streben nach Wissen und Sicherheit? Ein Koordinatensystem, das die Bewegung der Planeten berechenbar macht? Ein sichtbarer Ausdruck der himmlischen Harmonie? Oder all diese Dinge zugleich? Und woher kommt er, wie hat er sich über die Welt verbreitet, wofür wurde er benutzt, und wie wurde er dargestellt?

 

Was ist die zeitgenössische Bedeutung des Tierkreises? In der öffentlichen Wahrnehmung wird der Tierkreis heute vor allem mit Horoskopen in Verbindung gebracht. Die Einführung des Tierkreises war ein Wendepunkt in der Astrologie. Zusammen mit dem Tierkreis entstand in Babylonien die Horoskopie als neue astrologische Praktik, die erstmals nicht nur Königen und Herrschern, sondern auch Privatpersonen aus diversen Schichten der Gesellschaft zugänglich war. Heute ist sie weltweit populär wie nie zuvor, obwohl sie als esoterische Praktik und Pseudowissenschaft eingestuft wird. Sie basiert auf dem Glauben, dass der Stand der Planeten zur Zeit der Geburt Hinweise über das Wesen und das Schicksal eines Menschen enthält. Dieser Glaube entstammt dem zeitlosen menschlichen Bedürfnis nach Sinngebung, Kenntnis über sich selbst und die Zukunft, Sicherheit und Methoden zur Bewältigung von Unsicherheit. Was könnte sinnvoller und attraktiver sein als die Erkenntnis, dass Wesen und Schicksal des Menschen mit dem Kosmos verknüpft sind?

 

Die Aktualität des Tierkreises erstreckt sich auch auf wissenschaftliche und kulturelle Praktiken, die von zentraler Bedeutung für die moderne Gesellschaft sind. Wir sind daran gewöhnt, über Computer und Apps permanenten Zugang zu Daten, Analysen, Berechnungen und Prognosen zu haben. Die Wurzeln von systematischer Beobachtung, Datensammlung, Datenanalyse, Algorithmen, Berechnung und Vorhersagung liegen im antiken Tierkreis und in den astronomischen Rechenverfahren, die im Zusammenhang mit dem Tierkreis in der Antike entwickelt wurden. Außerdem ist die Reise des Tierkreises und der damit verknüpften neuen astronomischen und astrologischen Kenntnisse und Praktiken durch die antike Welt ein Paradebeispiel für Innovation, Globalisierung, interkulturellen Austausch und Multikulturalität - zentrale und aktuell vieldiskutierte Gesellschaftsthemen.

 

Die Ausstellung im Neuen Museum stellt in mehreren Themenbereichen den antiken Tierkreis aus aktueller wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive vor. Anhand von antiken Artefakten aus Berliner Museen, darunter solchen, die noch nie ausgestellt wurden, führt sie die Besucher auf eine multikulturelle Reise durch Raum und Zeit, von Babylonien nach Ägypten, Griechenland und Rom (ca. 400 v. Chr. –  400 n. Chr.) und erklärt den Tierkreis vor dem Hintergrund seiner heutigen Bedeutung.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Ausstellung entstand in einer Kooperation zwischen dem Ägyptische Museum und Papyrussammlung, dem Vorderasiatischen Museum und dem Forschungsprojekt »ZODIAC – Ancient Astral Science in Transformation« (European Research Council / Freie Universität Berlin).

 

 

Publikation

 

Zur Ausstellung wird ein reich bebilderter Katalog erhältlich sein.

06.06.26 - 31.12.26

100 Jahre Wörterbuch der ägyptischen Sprache

Im mythologischen Saal des Neuen Museum zeigen das Ägyptische Wörterbuch und das Ägyptische Museum ab Juni eine Ausstellung zum 100. Geburtstag eines für die Ägyptologie bis heute unverzichtbaren Werkzeugs – dem ägyptischen Wörterbuch.

 

2026 jährt sich zum einhundertsten Mal das Erscheinen des ersten Bandes des ägyptischen Wörterbuchs. Adolf Erman und sein Team begannen im Jahre 1897, im Neuen Museum, mit der Arbeit. Dabei wurden die bekannten ägyptischen Texte abschnittsweise auf Zettel geschrieben und diese vervielfältigt. So entstand in kürzester Zeit eine »Datenbank« mit mehr als einer Million Zettel. Dieses »Zettelarchiv« bildet die Grundlage für das Wörterbuch. Es ist alphabetisch geordnet und zeigt uns die einzelnen Worte jeweils im Zusammenhand des jeweiligen Textes.

 

Aufgrund des ersten Weltkriegs und der galoppierenden Inflation war an eine Drucklegung eines mehrbändigen Wörterbuchs nichtzu denken. Doch die Verbindung von amerikanischen Schülern zu A. Erman vermittelte im Jahr 1924 eine finanzielle Zuwendung von J. D. Rockefeller jun., die schließlich die Weichen für den Druck stellte. A. Erman, zusammen mit seinen Schülern Kurt Sethe und Hermann Grapow, erarbeitete dann die Druckvorlage des Wörterbuchs, welche von Wolja Erichsen geschrieben wurde.

 

Der Weg von den ägyptischen Texten zum fertigen Wörterbuch wird in der kleinen Ausstellung anhand von Objekten aus dem Archiv des Wörterbuchs veranschaulicht.

 

Monatlich werden an einem Mittwoch jeweils 17 Uhr Führungen zum Thema »100 Jahre Wörterbuch« angeboten.

Standort
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Öffnungszeiten
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Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
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