Düren
Museum

Leopold-Hoesch-Museum

Hoeschplatz 1, 52349 Düren

Das Leopold-Hoesch-Museum ist ein Museum für Bildende Kunst. Seine Sammlung umfasst bedeutende Werke der Klassischen Moderne, der Konkreten Kunst, der ZERO-Bewegung und der Gegenwartskunst. Es zeigt Ausstellungen zu moderner und zeitgenössischer Kunst und Themenausstellungen. Als Kunstmuseum der Stadt Düren, die seit dem 18. Jahrhundert ein wichtiger Standort der industriellen Produktion und Verarbeitung von Papier ist, beherbergt das LHM neben Malerei und Skulptur auch eine große grafische Sammlung und Werke der Papierkunst. Es ist strukturell eng mit dem benachbarten Papiermuseum Düren verbunden, das technisch und kulturhistorisch ausgerichtet ist.

 

Das LHM versteht sich als offener Ort des kulturellen und gesellschaftlichen Austauschs, der seine Besucher:innen zur Auseinandersetzung mit Kunstwerken sowie zur Diskussion aktueller Themen einlädt. Die ursprünglich als Universalmuseum in der Tradition einer bürgerlichen Bildungseinrichtung angelegte Institution wurde der Stadt Düren 1905 von der Familie Leopold Hoesch gestiftet. Der 1820 in Düren geborene Unternehmer Leopold Hoesch entstammte der gleichnamigen Dürener Industriellendynastie, die mit der Gründung des Eisen- und Stahlwerks Hoesch AG in Dortmund 1871 ins Ruhrgebiet expandierte.
Als eines der wenigen Bauten, die 1944 die weitgehende Zerstörung Dürens überstand, gehört das neobarocke Jugendstilgebäude des Architekten Georg Frentzen heute zum kulturellen Erbe der Stadt. 2010 erhielt es einen großzügigen Erweiterungsbau durch den Architekten Peter Kulka.

 

Der Museumsverein Düren hatte es sich nach dem Krieg zur Aufgabe gemacht, mit Ankäufen, Stiftungen und Schenkungen von Kunstwerken die Entwicklung des Sammlungsbestands zu fördern. Umfassende Zuwächse erfuhren die Sammlungen auch durch die Gründungen der Günther-Peill-Stiftung und der Hubertus Schoeller Stiftung in den Jahren 1986 beziehungsweise 2004, die seither die Arbeit des LHM aktiv unterstützen.

Veranstaltungen und Ausstellungen

29.08.25 - 31.12.26

Heike Schuppelius & die Kooperative für Darstellungs­politik – Entsiegelte Kreise

Die Aufenthaltsqualität des Hoeschplatzes in der Innenstadt Dürens zwischen Leopold-Hoesch-Museum, August-Klotz-Straße und Marienkirche soll verbessert werden – darüber sind sich Politik, Anrainer und Stadtgesellschaft einig. Seit der Umgestaltung des Leopold-Hoesch-Museums durch den renommierten Architekten Peter Kulka und der Neugestaltung des Platzes in Anlehnung an die Vorschläge des Architekten in 2011 wurde derselbe durch die große Steinskulptur »Ursprung« des Bildhauers Ulrich Rückriem strukturiert. Die Steinskulptur aus Anröchter Dolomit fiel 2022 – wahrscheinlich aufgrund von Metalladern und Wassereinschlüssen – den hohen Temperaturschwankungen zum Opfer und musste aus Sicherheitsgründen und auf Wunsch des Künstlers im Mai 2023 abtransportiert werden. Für den Hoeschplatz besteht noch bis zum 31.12.2026 eine Fördermittelbindung, sodass eine dauerhafte Umgestaltung des Platzes erst nach diesem Datum möglich ist. Daher soll eine temporäre künstlerische Intervention einen ersten Möglichkeitsraum im Sinn einer langfristigen, klimafreundlichen Umgestaltung mit mehr Aufenthaltsqualität öffnen und zum öffentlichen Dialog über die Gestaltungsmöglichkeiten dieses zentralen Ortes einladen. Museumsdirektorin Anja Dorn hat für die Zwischennutzung die Szenografin und Professorin Heike Schuppelius eingeladen, die gemeinsam mit der Kooperative für Darstellungspolitik ein zukunftsweisendes, prozessuales Konzept vorgelegt hat, das jetzt starten soll.

 

 

Konzept von Heike Schuppelius und der Kooperative für Darstellungspolitik

 

»Mit einer künstlerisch skulpturalen Intervention möchten wir in diese Situation eingreifen und die erweiterte Nutzung des Platzes mit der Stadtöffentlichkeit jetzt schon beginnen«, so Heike Schuppelius.

 

In Form einer künstlerischen Bauprobe soll die Möglichkeit einer zukünftigen Begrünung des Platzes vorstellbar werden und zu einer Erweiterung der Diskussion um den Platz einladen. Die geschlossene Oberfläche des Platzes soll dafür an einer Stelle entsiegelt und an einer zweiten Stelle markiert werden. Diese punktuellen Öffnungen der großen, leeren Schotterfläche des Platzes stehen sinnbildlich für die Eröffnung eines Austauschs mit der Stadtöffentlichkeit über die gewünschte Nutzung des Platzes. Fynn-Morten Heyer von der Kooperative für Darstellungspolitik erläutert das Vorhaben weiter: »Im ersten Kreis wird die Oberfläche entsiegelt und der Aushub aus dem Innern durchgemischt und als offene Fläche liegengelassen. Der zweite Kreis ist eine Markierung, die aufzeigt, dass es sich um keine abgeschlossene Planung handelt und weitere Öffnungen möglich sind. Die beiden Kreisflächen entwickeln ein Spannungsfeld zwischen sofortiger praktischer Veränderung und dem künstlerischen Spekulieren über weitere Transformationsperspektiven. Während ein Kreis im nächsten Schritt im Herbst 2025 der Pflanzung eines Baumes dienen soll, beschreibt der zweite die Möglichkeit zur Weiterführung der Entsiegelung und könnte als Spielfeld, Bühne, Gemüsebeet, Brache, Insektenhotel, Weizenfeld, zum Espressoverkauf oder Ähnlichem genutzt werden.«

 

Eine Info-Tafel erläutert die künstlerische Zwischennutzung auf dem Hoeschplatz, die unter dem Titel »Entsiegelte Kreise« die Wahrnehmung des Platzes bis Ende 2026 prägen wird.
Das Projekt »Entsiegelte Kreise« wird neben dem Leopold-Hoesch-Museum eng vom Amt für Tiefbau und Grünflächen der Stadt Düren unter der Leitung von Manfred Berger begleitet. Es wird gefördert vom CityMa e.V.

 

 

Ausblick und Perspektive

 

Das Konzept von Heike Schuppelius und der Kooperative für Darstellungspolitik intendiert die Möglichkeit, den Perforationsprozess fortzusetzen. Wenn ein Kreis begrünt, bebaut oder für eine andere Nutzung ertüchtigt wird, soll stets ein nächster Kreis entsiegelt und ein weiterer markiert werden. Im Zuge einer neuen ökologischen, sozialen oder anders gelegenen Nutzung sollten also immer auch »leere« Markierungen als »Projektionsflächen« sichtbar sein.

 

Das Leopold-Hoesch-Museum wird den Anstoß, den die »Entsiegelte Kreise« bergen, aufnehmen und die Möglichkeiten zur zukünftigen Gestaltung des Hoeschplatzes in einer Reihe von Veranstaltungen, künstlerischen Interventionen, Ausstellungen und Gesprächen mit Künstler:innen, Kurator:innen, Landschaftsgärtner:innen, Stadtplaner:innen und Klimaforschenden ausloten.

 

Am 13. September 2025 fand in einem der Kreise ab 14 Uhr die Veranstaltung »Ein leerer Platz, der gefüllt werden kann« des Euregio-Netzwerks Very Contemporary (hier gelangen Sie zur Website des Netzwerks, Link öffnet neuen Tab) statt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Reading the Region« und in Kooperation mit dem IKOB in Eupen und Art au Centre in Lüttich wurden künstlerische Interventionen von Judith Milz (*1989 in Nördlingen, lebt und arbeitet in Karlsruhe und Wien) und Francisco Correia (*1996 in Lissabon, lebt und arbeitet in Brüssel) sowie eine Podiumsdiskussion auf dem Hoeschplatz durchgeführt. Thema der Diskussion war u.a. der sehr unterschiedliche Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum in Eupen, Lüttich und Düren.

 

 

Biografien

 

Heike Schuppelius studierte Architektur und Bühnenbild an der Universität der Künste, Berlin und an der Architectural Association sowie der Central Saint Martins School in London. Arbeitsstipendien und Auszeichnungen führten sie wiederholt ins Ausland, u.a. nach Marseille, New York, Kairo und Rom. Für ihre Zusammenarbeit mit der New Yorker Theatergruppe Elevator Repair Service erhielt sie 2003 den Bessie-Award in der Kategorie Visual Design, 2004 den Rom-Preis, Villa Massimo.
Ihre aktuellen Installationen und Bühnenbilder wurden unter anderem beim Athens Festival, Warschauer Herbst, Jahrhunderthalle Bochum, am Gorki Theater, sowie im Naturkundemuseum in Berlin gezeigt. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet sie u.a. mit der Choreografin Sasha Waltz, der Regisseurin Yael Ronen und dem bildenden Künstler Omer Fast. Von 2012 bis 2018 war Heike Schuppelius Professorin an der HfG Karlsruhe, im Studienjahr 2017/18 lehrte sie an der Athens School of Fine Arts in Athen. Seit dem Wintersemester 2018 ist sie Professorin für Bühnenbild/Szenischer Raum an der HfG Offenbach.

 

Die Kooperative für Darstellungspolitik ist ein Studio für Ausstellungsgestaltung, das Ausstellungen als diskursive Räume begreift, deren Gestaltung gesellschaftliche Aushandlungsprozesse unterstützt.
Sie wurde 2008 von Jesko Fezer, Anita Kaspar und Andreas Müller in Berlin gegründet, um Fragen der Repräsentation politischer und kultureller Anliegen in der Öffentlichkeit praktisch zu erforschen. Seit 2017 gehören ihr auch Künstler und Designer Fynn-Morten Heyer und Maximilian Weydringer an. Die Kooperative für Darstellungspolitik versteht die räumliche Gestaltung von Betrachter:innenverhältnissen als Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung, als kulturelles Verfahren der Befragung und Überzeugung zugleich. Die darin angelegte Politik der Darstellung eröffnet diskursive soziale Räume.
Fezer, Kaspar und Müller sind ehemalige Mitherausgeber:innen der Zeitschrift »An Architektur«, mit Heyer und Weydringer lehren Sie Experimentelles Design, Städtebau und Ausstellungsdesign an verschiedenen Hochschulen. Gemeinsam gestalten sie Ausstellungen u.a. für das Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2022), den Deutschen Bundestag, Berlin (2023), die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (2023) und die Bundeskunsthalle, Bonn (2024).

03.10.26 - 24.01.27

Dudu Quintanilha. postponing a million ways to die

Stipendiat der Günther-Peill-Stiftung (2024–26)

 

Mit »postponing a million ways to die« präsentiert das Leopold-Hoesch-Museum die erste museale Einzelausstellung des brasilianisch-argentinischen Künstlers Dudu Quintanilha.

 

Seine medienübergreifenden Arbeiten umkreisen das Potenzial von Kunst als Werkzeug zur Untersuchung sozialer und existenzieller Fragen, wobei Körpern und ihrer politischen Dimension eine zentrale Rolle zukommt. In experimentellen Formaten, die gelebte Erfahrung in den institutionellen Raum transportieren, hinterfragt der Künstler Akte dokumentarischer Bildproduktion ebenso wie Wahrnehmungsprozesse. Häufig entstehen seine performancebasierte Videoarbeiten in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen, teils durch die normative Gesellschaft marginalisierte Gruppen oder Individuen. Der Genese der Werke liegt ein dialogischer Prozess zugrunde, in dem Praxen des Zuhörens, Kommunizierens und Aufführens eine entscheidende Rolle zukommt. Mit der Setzung spezifischer Parameter steckt Quintanilha konzeptuelle Handlungsrahmen ab, innerhalb derer sich seine Arbeiten prozessual entfalten. Improvisation und Zufall fungieren dabei als integrale Bestandteile künstlerischer Prozesse, die Offenheit gegenüber Kontrolle, Durchlässigkeit gegenüber Grenzziehungen präferieren.

 

In Quintanilhas Ausstellung liegt der Fokus auf der Untersuchung der Verbindung zwischen Kunst und Spiritualität. Mit zwei neuen, jüngst in Brasilien entstandenen Videoarbeiten knüpft er an ein thematisches Feld an, dessen Erkundung 2022 mit der ebenfalls präsentierten, audiovisuellen Arbeit »À Cabeça« (dt.: »An den Kopf«) begann. Letztere basiert auf der künstlerischen Auseinandersetzung mit einem Initiationsritus der afrobrasilianischen Religion Candomblé. Das kollektive Ritual in der Natur, das den Künstler vor allem unter performativen Gesichtspunkten interessiert, entzieht sich medialer Repräsentation. Mit der Arbeit schafft Quintanilha eine neue visuell-akustische Konfiguration, die fragmentarisch mit der Erfahrung des spirituellen, nicht-abbildbaren Rituals verknüpft ist, zugleich aber in ihrer intermedialen Eigenheit aus Projektion, Sound und Licht künstlerische Eigenständigkeit behauptet.

 

Diesen Aspekt vertieft der Künstler – für den das Filmen performativer Situationen ebenfalls ritualhaften Charakter hat – in seinen erstmals präsentierten, schwarz-weißen Videoarbeiten »Ato-Reliquia« (2026) und »Untitled« (Suspended Body) (2026). Die Arbeiten dokumentieren performative Aktionen, die sich in den spezifischen Räumlichkeiten eines Klosterinnenhofes sowie eines Zirkuszeltes entfalten. Während eine dynamisch kreisende Kamera in ersterem Film den expressiven, tranceartigen Tanz des Protagonisten einfängt und in Dialog mit diesem tritt, verfolgen wir in letzterem, wie der Körper eines Performers an einem Seil in die Zirkuskuppel gezogen wird, um fast schwerelos wirkende Gesten in großer Höhe zu performen. Beide Arbeiten schaffen starke Bilder, die auf unterschiedliche Weise von Nähe und Vertrauen erzählen, vom Loslassen und Einlassen auf spezifische Situationen, in denen sich physische Erfahrungen und mentale Zustände untrennbar überlagern.

 

Ergänzt wird die Ausstellung durch weitere Arbeiten, in denen sich Video und Fotografie teils interaktiv mit Skulptur verbinden. Gemeinsam eröffnen sie einen phänomenologischen Erfahrungsraum, der Fragen zum spirituellen Potenzial künstlerischer Praxis aufwirft – und als Plädoyer für Welt- und Selbstbeziehungen verstanden werden kann, die sich jenseits logisch-rationaler Erkenntnisprozesse abspielen.

03.10.26 - 24.01.27

Maya Schweizer. Uedra

Preisträgerin der Günther-Peill-Stiftung (2024)

 

Maya Schweizer (*1976 in Paris) umkreist in ihrer Arbeit Fragen von Geschichte, Zeitlichkeit und die Instabilität individueller wie kollektiver Erinnerung. Ein Augenmerk gilt dabei dem Fragmentarischen, Beiläufigen und der Geste als Form nonverbalen Ausdrucks. In der Ausstellung »Uedra« überträgt die Künstlerin das Collageprinzip ihrer assoziativ dichten, mit filmischen Referenzen verwobenen Videoarbeiten in eine atmosphärische Rauminstallation und präsentiert ergänzend gestickte Textilarbeiten. Der Titel, eine Buchstabenverschiebung des Wortes Dauer, verweist auf einen imaginären Ort, an dem Zeit zu einem metaphorischen Raum wird – der doch flüchtig und ungreifbar bleibt wie die Bilder des Kinos.

 

Maya Schweizer umkreist in ihrer künstlerischen Praxis Fragen von Geschichte, Zeitlichkeit und In-stabilität individueller wie kollektiver Erinnerung. Ein Fokus ihrer filmischen Arbeiten, die häufig auf Beobachtungen spezifischer Orte, Räume oder Verhaltensweisen basieren, gilt der Auseinandersetzung mit offiziellen Festschreibungen von Vergangenheit. Was erinnert eine Gesellschaft und wie materialisiert sie das; was bleibt Leerstelle und wirkt doch fort? Wie bedingen sich Präsenz und Absenz, Erinnern und Vergessen, und welche Bilder lassen sich dafür finden?

 

Ein wesentliches Merkmal von Maya Schweizers künstlerischem Schaffen ist das Fragmentarische, Beiläufige und die Geste als ephemere Form nonverbalen Ausdrucks. In filmischen Montagen lässt die Künstlerin die Vergangenheit mit der Gegenwart in Resonanz treten. Indem sie eigene und fremde Filmsequenzen, Text- und Tonfragmente auf poetisch-suggestive Weise verbindet, eröffnet Schweizer über Details auch den Blick auf größere gesellschaftliche Zusammenhänge. Durch den Verzicht auf eine stringente Erzählung reflektieren ihre experimentellen Arbeiten die Brüchigkeit und Unzuverlässigkeit von Erinnerung und deren dynamisch-prozesshafte Natur.
In Videoarbeiten wie »L’étoile de mer« (2019) werden die urbanen Schauplätze früherer Filme zugunsten eines liquiden Meeresraums abgelöst. Hier, ebenso wie in dem eine dystopische Atmosphäre heraufbeschwörenden Video »Sans histoire« (2023), nimmt das Element Wasser als eine Art metaphorisches Äquivalent für Prozesse der Formauflösung und des Vergessens eine zentrale Rolle ein. Dabei greift die Künstlerin auf einen breiten Zitatfundus aus Film- und Literaturgeschichte zurück, über den sie ihre Arbeiten in Dialog mit einem kollektiven kulturellen Gedächtnis bringt.

 

Maya Schweizers dicht komponierte, durch Schnitt und Ton rhythmisierte Filmcollagen stellen keine Behauptungen auf. Eher lassen sie sich als mäandernde, leitmotivisch lose verknüpfte Suchbewegung durch reale und imaginäre Landschaften beschreiben, die den Betrachter:innen ein breites Terrain an Assoziationsmöglichkeiten eröffnet.

 

Der Ausstellungstitel »Uedra«, der auf einer Buchstabenverschiebung des Wortes Dauer basiert, verweist dabei auf einen imaginären Ort, an dem die Zeit zu einem metaphorischen Raum wird, der flüchtig und ungreifbar bleibt wie die Bilder des Kinos. In der Ausstellung überträgt die Künstlerin das Collageprinzip ihrer Videoarbeiten in eine atmosphärische Rauminstallation. Breite Bahnen aus Papier dienen als Projektionsfläche und verweisen ebenso auf dessen Funktion als Informationsträger und Speichermedium wie auch auf die ortsspezifische Industriegeschichte der Papierstadt Düren. Indem Schweizer mehrere Videoarbeiten auf einer Konstruktion inmitten des Raumes zusammenführt, treten die Bilderströme in eine neue, nur bedingt planbare Konstellation zueinander. Etwas Drittes entsteht.

 

Neben Videos werden in Düren auch zwei großformatige, gestickte Textilarbeiten ausgestellt. Die zusammenhanglosen Textfragmente von »Particularly Today« (2022) könnten im öffentlichen Raum aufgeschnappten Aussagen oder Graffitis entstammen. In bunten Fäden tritt uns ein polyphoner Alltags-chor vor Augen, der vielfältige Bezüge eröffnet, die vom Privaten bis zum Politischen reichen. Eines der Textfragmente lässt sich durchaus programmatisch verstehen: »Entweder ein Stimmengewirr oder gar nichts«.

Standort
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Hoeschplatz 1, 52349 Düren
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Mittwoch10:00–17:00
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